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 Vorgeschichte

 

 Christliche Urburschenschaft
 Bonner Union



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Christliche Urburschenschaft

Bei der Erhebung gegen die Gewaltherrschaft Napoleons waren die deutschen Studenten in erster Reihe gestanden. Als sie nach dem Ende der Freiheitskriege an die Universitäten zurückkehrten, bleiben ihnen die großen Ideale der Kampfzeit.

Die Landsmannschaften lösten sich 1815 in Jens in feierlicherweise auf und schlossen sich zur Jenaer Burschenschaft zusammen. Das wesentliche Unterscheidungsmerkmal zwischen der neuen Burschenschaft und den früheren studentischen Gemeinschaften bildete der scharf hervorgehobene religiös-sittliche Geist. Burschentum, Patriotismus und Religiosität, diese drei Elemente miteinander verbunden, waren der Grundgedanke der Urburschenschaft. Zum Wahlspruch wurde die Parole "Gott, Ehre, Freiheit, Vaterland" gewählt. Wenn auch in der Organisation keine direkte Kontinuität zu den christlichen Studentenverbänden der Gegenwart besteht, kann man doch das Gedankengut der Jenser Burschenschaft als geistige Wurzel des katholischen Farbstudententums ansehen.

Schon bei der Gründung der Burschenschaft wurden Gedanken ausgesprochen, die bei einem großen Teil der Studenten zu Extremen politischen Radikalisumus führten. Von solchen revolutionären Gedanken war auch der protestantische Theologiestudent Karl Ludwig SAND beeinflußt, der am 23.3.1819 den russischen Staatsrat und Dichter Kotzebue ermordete. Diese Tat hatte von Seiten der Staatsgewalt die sogen. Karlsbader Beschlüsse zur Folge, die eine strenge Überwachung der Universitäten und die Auflösung der deutschen Burschenschaften verfügten.

Der Geist der Burschenschaften lebte jedoch weiter. Schon 1820 wurden neue Burschenschaften im Geheimen konstituiert, die sich zur zweiten "Allgemeinen deutschen Burschenschaft" zusammenschlossen. Auch hier gewann der politische Extremismus immer mehr die Oberhand. Der religiös sittliche Charakter der Jenaer Burschenschaften geriet immer mehr in Vergessenheit. Das Duell wurde wieder aufgenommen und schließlich am Burschentag in Bamberg 1827 die Pflege des christlichen Gedankens überhaupt aufgegeben. 1835 wurde die Burschenschaft zum zweiten Mal aufgelöst. Erst Ende der 40er Jahre kam es allmählich zu Neugründungen, denen jedoch jegliche religiöse Grundlage fehlte.

Durch diese Entwicklung war die christliche Studentenschaft gezwungen, innerhalb des überlieferten Studententums nach neuen Gemeinschaftsformen zu suchen. Während in der Jenaer Burschenschaft zu welchen Studenten beider Konfessionen zusammengeschlossen waren, gab man jetzt die gemeinsame Basis auf. Zunächst vereinigten sich die Protestanten 1840 im Wingolfverband. Etwas später entstanden auch die ersten Zusammenschlüsse im kath. Raum.



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Bonner Union

Um 1840 setzte in Deutschland ein heftiger Kampf gegen die kath. Kirche ein. Aus der Abwehrstellung der Katholiken in diesem vorbismarkischen Kulturkampf kam es zur Gründung zahlreicher kath. Vereine. Auch die ersten kath. Studentenverbindungen Deutschlands sind in dieser Kampfzeit entstanden.

Anläßlich der "Kölner Wirren" 1844 kam es auf der Bonner Universität zu einer Demonstration der kath. Studentenschaft unter der Führung des Theologiestudenten Johann von der Burg. Dieser gründete noch im selben Jahr mit sechs Gesinnungsgenossen den kath. Studentenverein Bavaria, der 1847 hellblaue Stürmer und ein dunkelblau-weiß-hellblaues Band annahm. Als Ziel setzte sich der neue Verein "durch Belebung der kath. Interessen bei sich sowohl als bei den anderen dem Fortschreitenden Indifferetismus Einhalt zu tun". Auf Anregung Johanns von der Burg wurden in Bonn weitere fünf kath. Verbindungen gegründet, die sich 1847 mit Bavaria zur Union, dem ersten kath. Studentenverband Deutschlands zusammenschlossen. Das Abzeichen der Union war ein rot-weiß-rotes Band, das neben dem Burschenband getragen wurde. Jedoch schon 1835 löste sich die Uni wieder auf und 4 Jahre später mußte auch die Gründungsverbindung Bavaria wegen Mitgliedermangel sistiert werden.

Wenn auch die Bonner Union bloß 6 Jahre Bestand hatte, spielt sie doch in der Geschichte des kath. Verbindungswesens eine ganz entscheidende Rolle. Die Unionsverbindung "Rhurranin", die erst 1854 zum religiösen Verein "Unitas" umgewandelt wurde, stellt die Keimzelle des nicht farbentragenden kath. Unitas-Verbandes dar, der 1860 gegründet wurde und noch heute zu den stärksten kath. Studentenverbänden Deutschlands gehört. Eine andere Unionsverbindung, die "Salia", schloß im November 1854 mit "Aenania"-München ein Cartellverhältnis ab. Salia löste sich jedoch wenig später auf, sodaß dieser Cartell keine Bedeutung gewann.

Bavaria-Bonn wurde nach vierjähriger Vertagung 1861 neu konstruiert und trat dem Cartellverband bei. Sie ist daher die älteste Verbindung des deutschen CV zum Unterschied von Aenania-München, die die "älteste Verbindung im deutsch CV" genannt wird. Die älteste ununterbrochen bestehende Verbindung des deutschen CV ist die 1847 in Münster gegründete "Sauerlandia", die jedoch ursprünglich nicht rein katholischen Charakter hatte.

Gründung des CV

 
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