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Der Doctor cerevisiae ist die höchste couleurstudentische Auszeichnung, die
einem Verbindungsmitglied verliehen werden kann. Dr.cer. kann nur ein
geburschtes Mitglied werden. Es bedarf zur Verleihung der Genehmigung durch den
BC mit 3/4 Mehrheit. Der Kandidat muß sich entweder um die Verbindung besondere
Verdienste erworben haben oder bestimmte Prüfungen ablegen und eine
Dissertationsschrift einreichen.
Die Prüfungskommission besteht aus dem x als dem Praeses collegii und drei
commissarii, die der BC wählt und die entweder selbst Dr.cer. oder zumindest
schwer bemooste Häupter sein sollen.
Die Dissertation, die der Kandidat bei der Kommisaion einzureichen hat, muß
eine strenge biergelehrte Arbeit sein, die in Prosa mindestens 1001 Worte, in
Gedichtform aber 100 bis 150 Verse umfaßt. Sie muß auf Großquartformat
geschrieben sein und wird mit der richterlichen Kritik im Archiv hinterlegt.
Wenn sie die Zustimmung der Kommission gefunden hat, legt der Kandidat seine
mündlichen Prüfungen ab:
Das Rigorosum Juridico-historicum: Liederkunde, Satzungen, GO, Comment, genaue
Verbindungsgeschichte, CV-Geschichte, Studentengeschichte, Couleurbenehmen. Die
Prüfung soll eine Stunde dauern und mit angemessenem Ernst abgehalten werden.
Das hochnotpeinliche Rigorosum: Der Kandidat muß unter Grand Cerevis
versichern, daß er Zeit seines Lebens mindestens 12 Bierjungen ausgetragen
habe, und dies durch 2 Zeugen bekräftigen. Er hat coram publico auf einer
Kneipe mit jedem Mitglied der Prüfungskommission einen Bierjungen auszutragen,
wobei er mindestens einen gewinnen muß. Die Mensuren müssen binnen 2 Stunden
vorbei sein.
Colloquium fidelitatis: Der Kandidat hat im Offizium das
Präsidium inne. Dabei wird die Dissertationsschrift als Bierzeitung verlesen.
Der Kandidat zahlt 25 l besten Stoffes, dessen Wahl der Prüfungkommission
überlassen bleibt, und muß als Bierrichter in einer Bieranklage fungieren,
hernach sich zum Kraßfuchsen degradieren lassen.
Für das 1.und 2. Rigorosum ist eine Prüfungstaxe von 10. zu erlegen, das
Doktordiplom ist unentgeltlich. In Zweifelsfällen hat der Vorsitzende der
Kommission 2 Stimmen. In der Kommission ist einfache Mehrheit, bei "eminenter"
3/4 Mehrheit erforderlich.
Eine etwaige Reprobationszeit wird von der Kommission bestimmt. Die Verleihung
der Doktorwürde findet auf einer eigenen Kneipe statt, die folgendermaßen
abläuft:
Präsidium: Silentium! Des Doktors Stunde ist gekommen!
Er trete an! Es steigt der Cantus: "Freunde, trinkt in vollen Zügen".
Während des Liedes kommt der Promovend zum Präsidium und, setzt sich auf ein an
erhöhter Stelle bereitgestelltes Faß. Alle Chargierten rücken ebenfalls zum
Präsidium vor.
Danach singt die Corona nach der Melodie "Seht ihr drei Rosse":
Der Bierstaat, nur der Bierstaat sei es,
Der Würden unsren Edlen leiht.
(:Er ist ein Reich,
ein feucht-froh-freies,
dem jeder gern sein Herze weiht.:)
Laßt festlich heut die Humpen kreisen,
Heil ihm, der stets ein Stolz uns war!
(:Und laßt uns Ehren ihm erweisen,
die nur der Bierstaat bietet dar.:)
Der unsern Bund tut stets regieren,
Gambrinus, rector Kürnbergiensis,
(:soll ihn zum Doktor promovieren,
zum Doctor cerevisiae.:)
Dann hält ein profiliertes Mitglied der Verbindung die Laudatio.
Danach verliest das Präsidium das Doktordiplom:
Ego senior / ex auctoritate et dignitate conventus bursariorum / societatis
Kürnbergiensis nuncupatae / patefacimus his litteris ac sancimus / Dominum
N.N.v.H. ad laudem virtutis suae / summo honore pioque titulo / Doctoris
cerevisiae / honoris causa hodie ornatum esse. Hoc igitur testimonium /
generationibus futuris / damus et impertimus / manuque scribimus / necnon
sigillo nostro confimamus. Vindobonae, die..........
Consenior ............
Senior Philistrorum ............
Senior ............
Corona: Bravo! Bravo! Bravissimo! Steig auf, steig auf, Dignissime!
Das Präsidium reicht dem Dignissimus die rechte Hand und spricht:
Dignissime, cerevisia honoratus cerevisiam invicem honorare spondes?
Dignissimus: Spondeo!
Präs: Spondes, ubicumque es, propagare eius civitatem cum colens spiritum
cerevisialem tum acquirens quam plurimos vulpes?
Dignissiaus: Spondeo!
Präs: Nobis autem et qui nos präecesserunt et qui sequentar
in Kürnbergiensis
regnum, fidem servabis et veram amicitiam et fraternitatem?
Dignissimus: Servabo in aeternum!
Nun reicht der Dignissimus allen Umstehenden die Hand. Während das Präsidium
ihm einen Lorbeerkranz aufsetzt, singt die Corona nach der Melodie des Liedes
"Vom hoh'n Olymp herab":
So sei der Hut mit Lorbeer Dir umwunden,
den Deine Herrlichkeit Dir trägt!
Wofür Du einmal wahr und warm empfunden,
tief sei's dem Herzen eingeprägt.
(:Dein Liebchen lebe, es lebe der Mann,
der treue Liebe bewahren kann!:)
Hoch halt den Sang! Der rechten Lust
behagt's nicht recht im Dunkel der Brust!
Und treu dem Wein! In seinem Gold
erscheinen alle Musen uns hold.
(:Ein echter Bursch, ein ganzer Mann,
Dich ficht kein Knecht,
kein Schlechter an!:)
Unterdessen durchsticht das Präsidium das Doktorcerevis und setzt es dem
Dignissimus auf. Nun singt die Corona nach der Melodie des Liedes "God save":
Heil Dir im Doktorhut!
Ach, steht der Hut ihm gut,
seht her, so gut!
Pereat! Pereat!
(:Der nicht in Ehren hat:)
Dignissimum!
Anschließend steigt ein donnernder Festsalamander zu Ehren des neuen Dr.cer.
Während des nun folgenden Colloquiums begibt sich der Doktor zu jedem
Anwesenden und trinkt ihm mit den Worten "Ein Smollis, Herr Bruder!" zu.
Zum Abschluß steigt das Bundeslied.
Es ist ein alter hochlöblicher Brauch, daß der Dokter im Inoffizium der Corona
das Faß, auf dem er bei der Zeremonie saß, als Dokterpotus spendiert; als
außerordentlich unhonorig gilt es, dies zu unterlassen.
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