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 Besonderer Comment

 

 Begrüßung
 Stiftungsfest
 Trauerkneipe
 Doctor Cerevisiae



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Begrüßung

Bei Kneipen oder Kommersen nimmt das Präsidium zwischen den einzelnen Strophen des zweiten Liedes (Begrüßungsliedes) die offizielle Begrüßung der Anwesenden vor. Hiezu ist während des Ersten Allgemeinen vom xx eine genaue (und gut lesbare!) Begrüßungsliste zu erstellen. Üblicherweise in nachstehender Reibenfolge:

  • Bundespräsident
  • Mitglieder der Bundesregierung, Bundesminister
  • Nationalratsabgeordnete, Bundesratsmitglieder
  • Nuntius, Botschafter, Gesandte
  • Landeshauptmann, Mitglieder der Landesregierung, des Landtages
  • Kardinal, Erzbischof
  • Bischof, Prälat, Abt
  • Rektor, Dekan, Professor
  • Bürgermeister, Gemeinderäte
  • Vertreter des Landesschulrates, des Bezirksschulrates
  • Direktoren und Professoren an höheren Hchulen
  • Hohe Offiziere (Bundesheer, Polizei, Gendarmerie)
  • Mitglieder anderer öffentlicher Körperschaften und hochgestellte
  • Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens
  • Der hohe VOP und die Mitglieder des hohen VOA
  • Der hohe Vorsitzende der Altherrenschaft des ÖCV
  • Mitglieder des ÖCV-Beirates
  • Vertreter der AHLB
  • Funktionäre des WCV und der anderen Ortsverbände
  • Der Phil-x und AH-Ausschuß Kürnbergs
  • Ehrenmitglieder und Dr.cer. Kürnbergs
  • Besonders verdiente AHAH Kürnbergs
  • Vorortsverbindung
  • Verwandtschafts- und Freundschaftsverbindungen
  • Andere Verbindungen des ÖCV in amtlicher Reihenfolge
  • Korvorationen des Deutschen CV
  • Ehemalige Prager und Czernovitzer Kartellkorporationen
  • Verbindungen des MKV
  • Landsmannsehaften, Korporationen anderer Verbände
  • Eigene Altherrenschaft
  • Eigne Aktivitas
  • Damen


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Stiftungsfest

Das jährliche Stiftungsfest im Sommersemester ist die traditionelle Gedächtnisfeier der Stiftung unserer Verbindung. Mit dem Dank an die Alten, die einst den Bund gegründet haben und dem öffentlichen Bekenntnis des Bundes zu seinen Prinzipien verbindet sich die Bezeugung des Dankes an Gott den Herrn und die Bekundung der Verbundenheit mit unserer Mutter, der Kirche. In das Stiftungsfest wird das größte Maß an Feierlichkeit gelegt, dessen die Verbindung fähig ist. Die Vorbereitung und Durchführung des Stiftungsfestes in allen seinen Teilen ist die Gelegenheit mit zur höchsten Bewährung in der studentischen Festgestaltung. Dieses Hochfest der Korporation soll Geist und Gemüt gleichermaßen ansprechen und mit größtmöglicher Vollendung in seiner ergreifenden Symbolik die Gemeinschaftswerte des Bundes herausstreichen.

Das Programm umfaßt in der Regel Festgottesdienst, Kumulativconvent (KC), Festkommers, Gesellschaftsabend und Ausflug. Der Stifungsfestkommers ist der rechte Auslaß zur Burschenpromotion. Neuerdings wurde mit recht der Gedanke geäußert, die Burschung auf dem Kommers als besondere Auszeichnung nur wenigen Kandidaten zuteil werden zu lassen und die übrigen Anwärter auf einer Festkneipe zu burschen. Eine zu große Zahl von Promovenden ermüdet nämlich die Korona und mindert den Eindruck unsicher erhabensten Zeremonie.

Die Fünf und Zehnjahresabschnitte werden als Jubelfeste besonders gefeiert, für die jedesmal eine eigene Festschrift herausgegeben und ein besonders festliches Programm erstellt wird. Es sind seit der Gründung Kürnbergs diese Jubelfeste in OÖ. oder Salzburg als Gedenken an den einstigen landesmannschaftlichen Charakter der Verbindung gefeiert worden.



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Trauercomment


Ist einer unserer Brüder dann geschieden,
Vom blassen Tod gefordert ab,
Dann weinen und wünschen wir Ruhe hinab,
In unseres Bruder kühles Grab".

Längst bevor die Studentenverbindungen Lebensverbindungen waren, pflegte die Trauerfeier beim Tode eines Bundesbruders ein besonders eindrucksvolles Gepräge zu tragen. Der heute noch gebräuchliche Trauercomment geht z.T. auf das Brauchtum des 17. Jh. zurück.

Findet das Begräbnis am Hochschulort statt, dann sollte die Verbindung korporativ daran teilnehmen; auswärts mit einer angemessenen Vertretung. Auch im letzteren Falle - wenn irgendwie möglich - mit Wichschargierten; der Trauercomment schreibt vor, daß die Mützenperkusssion und das Band, ebenso Schärpe, Cerevis und Fahne umflort sind.

Die Chargierten nehmen während der Aufbahrung rechts und links vom Sarg Aufstellung und flankieren später zumeist den Sarg auf dem Gang zum Grabe. Ebenso ist es aber gebräuchlich, daß die Chargierten (mit Fahne) den Zug des Couleurs eröffnen. Am offenen Grabe hält ein Bbr. - Leibbursch oder Leibfuchs - einen Nachruf und wirft dem Verstorbenen Band und Mütze ins Grab.

Solange die Zahl der Verbindungsmitglieder in den einzelnen Bünden noch klein war, wurde jeweils anläßlich eines jeden Todesfalles durch 8 - 10 Tage Couleurtrauer getragen (Mütze und Band umflort). Gegenwärtig ist es zumeist schöner Brauch, die Couleurtrauer innerhalb der Oktav des Allerseelenfestes abzuhalten. In dieser Zeit findet dann der Trauergottesdienst und der Trauerkommers (Kneipe) statt. Jede Lustbarkeit in der Verbindung ist während dieser acht Tage verpönt.

Der Ritus der Trauerkneipe (Trauersalamander) muß würdig und ernst gefeiert werden. Bei repräsentativen Trauerkommersen ziehen die Chargierten unter gedämpftem Trommelschlag in den mäßig erhellten Raum. Die Gedächtnisrede für die im Laufe des vergangenen Jahres verstorbenen BbrBbr. soll womöglich von einem der Leibburschen, Leibfuchsen oder einem Consemester des Verstorbenen gehalten werden.

Folgender Comment ist zumeist gebräuchlich:

(Die Chargierten haben schon vor dem Einzug der Corona ihre Plätze eingenommen). Präsidium: Silentium! Commercium funebre incipit! Es steigt Kürnbergs Bundeslied! Zur ersten! (Das Lied wird durchgesungen) Das Wort zur Trauerrede hat N.N. v.N.
Pr.: (Nach dem Schluß der Trauerrede) Silentium triste. (nun werden alle Lichter im Saal verlöscht.) Rechts vom Präsidium brennt vor einem freigebliebenen Platz eine Kerze, daneben steht ein umflortes Glas. Das Präsidium trinkt das Horn an und läßt dieses sodann nach rechts herum an der Tafel kreisen. Jeder trinkt daraus einen Schluck und gibt es seinem Nachbarn mit den Worten "Fiducit" weiter. Nachdem alle getrunken haben, kommandiert das Präsidium: Es steigt das Lied: "Es hatten drei Gesellen" (Das Lied wird durchgesungen und beim letzten Vers: "Da klangen der Gläser dreie..." stoßen die Tischnachbarn leise die Gläser an). Pr.: Surgite sociales ad exercitium salamandri in memoriam fratris mortui nostri. 1, 2, 3 (trinken) 1, 2, 3 (bei drei die Gläser auf den Tisch stoßen)
Es steigt sodann die 5. Strophe des Liedes "Vom hohen Olymp herab". Diese Strophe wird dreimal gesungen: das erstemal forte, das zweitemal piano, das drittemal pianissimo.
Pr.: Alle Gläser sind leer, nur eines ist voll; doch der daraus trank, ist nicht mehr. Höre, toter Bruder, dir weihe ich dein letztes Glas! (leert das Glas zu seiner Rechten) Wie dein Leib zerbrach, zerschelle dieses Glas! (zerschmettert das leere Glas am Boden) Wie dein Leib verlosch, verlösche ich dieses Licht! (löscht die Kerze aus). Trauerkneipe (Commercium funebre) ex!

Die Corona entfernt sich still aus dem Lokal. Es darf an diesem Abend kein Gasthaus mehr besucht werden.

Trauerkneipen werden ohne Colloquium geschlagen. Bei representativen Trauerkommersen, die zugleich Kundgebungen zu Ehren des Verstorbenen und der von ihm verfochtenen Ideale sind, kann die Commentfolge durch passende Musikvorträge (zur Umrahmung der Reden) erstreckt werden. In diesem Falle wird Colloquium kommandiert. Trotzdem hat auch dann jede Unterhaltung an der Kommerstafel zu unterbleiben.

Selbstverständlich herrscht bei der Trauerkneipe striktes Rauchverbot.



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Doctor Cerevisiae

Der Doctor cerevisiae ist die höchste couleurstudentische Auszeichnung, die einem Verbindungsmitglied verliehen werden kann. Dr.cer. kann nur ein geburschtes Mitglied werden. Es bedarf zur Verleihung der Genehmigung durch den BC mit 3/4 Mehrheit. Der Kandidat muß sich entweder um die Verbindung besondere Verdienste erworben haben oder bestimmte Prüfungen ablegen und eine Dissertationsschrift einreichen. Die Prüfungskommission besteht aus dem x als dem Praeses collegii und drei commissarii, die der BC wählt und die entweder selbst Dr.cer. oder zumindest schwer bemooste Häupter sein sollen.

Die Dissertation, die der Kandidat bei der Kommisaion einzureichen hat, muß eine strenge biergelehrte Arbeit sein, die in Prosa mindestens 1001 Worte, in Gedichtform aber 100 bis 150 Verse umfaßt. Sie muß auf Großquartformat geschrieben sein und wird mit der richterlichen Kritik im Archiv hinterlegt. Wenn sie die Zustimmung der Kommission gefunden hat, legt der Kandidat seine mündlichen Prüfungen ab:

Das Rigorosum Juridico-historicum: Liederkunde, Satzungen, GO, Comment, genaue Verbindungsgeschichte, CV-Geschichte, Studentengeschichte, Couleurbenehmen. Die Prüfung soll eine Stunde dauern und mit angemessenem Ernst abgehalten werden.

Das hochnotpeinliche Rigorosum: Der Kandidat muß unter Grand Cerevis versichern, daß er Zeit seines Lebens mindestens 12 Bierjungen ausgetragen habe, und dies durch 2 Zeugen bekräftigen. Er hat coram publico auf einer Kneipe mit jedem Mitglied der Prüfungskommission einen Bierjungen auszutragen, wobei er mindestens einen gewinnen muß. Die Mensuren müssen binnen 2 Stunden vorbei sein.

Colloquium fidelitatis: Der Kandidat hat im Offizium das Präsidium inne. Dabei wird die Dissertationsschrift als Bierzeitung verlesen. Der Kandidat zahlt 25 l besten Stoffes, dessen Wahl der Prüfungkommission überlassen bleibt, und muß als Bierrichter in einer Bieranklage fungieren, hernach sich zum Kraßfuchsen degradieren lassen.

Für das 1.und 2. Rigorosum ist eine Prüfungstaxe von 10.– zu erlegen, das Doktordiplom ist unentgeltlich. In Zweifelsfällen hat der Vorsitzende der Kommission 2 Stimmen. In der Kommission ist einfache Mehrheit, bei "eminenter" 3/4 Mehrheit erforderlich. Eine etwaige Reprobationszeit wird von der Kommission bestimmt. Die Verleihung der Doktorwürde findet auf einer eigenen Kneipe statt, die folgendermaßen abläuft:

Präsidium: Silentium! Des Doktors Stunde ist gekommen! Er trete an! Es steigt der Cantus: "Freunde, trinkt in vollen Zügen". Während des Liedes kommt der Promovend zum Präsidium und, setzt sich auf ein an erhöhter Stelle bereitgestelltes Faß. Alle Chargierten rücken ebenfalls zum Präsidium vor. Danach singt die Corona nach der Melodie "Seht ihr drei Rosse":

Der Bierstaat, nur der Bierstaat sei es,
Der Würden unsren Edlen leiht.
(:Er ist ein Reich,
ein feucht-froh-freies,
dem jeder gern sein Herze weiht.:)

Laßt festlich heut die Humpen kreisen,
Heil ihm, der stets ein Stolz uns war!
(:Und laßt uns Ehren ihm erweisen,
die nur der Bierstaat bietet dar.:)

Der unsern Bund tut stets regieren,
Gambrinus, rector Kürnbergiensis,
(:soll ihn zum Doktor promovieren,
zum Doctor cerevisiae.:)

Dann hält ein profiliertes Mitglied der Verbindung die Laudatio. Danach verliest das Präsidium das Doktordiplom:

Ego senior / ex auctoritate et dignitate conventus bursariorum / societatis Kürnbergiensis nuncupatae / patefacimus his litteris ac sancimus / Dominum N.N.v.H. ad laudem virtutis suae / summo honore pioque titulo / Doctoris cerevisiae / honoris causa hodie ornatum esse. Hoc igitur testimonium / generationibus futuris / damus et impertimus / manuque scribimus / necnon sigillo nostro confimamus. Vindobonae, die..........

Consenior ............
Senior Philistrorum ............
Senior ............

Corona: Bravo! Bravo! Bravissimo! Steig auf, steig auf, Dignissime! Das Präsidium reicht dem Dignissimus die rechte Hand und spricht: Dignissime, cerevisia honoratus cerevisiam invicem honorare spondes? Dignissimus: Spondeo! Präs: Spondes, ubicumque es, propagare eius civitatem cum colens spiritum cerevisialem tum acquirens quam plurimos vulpes? Dignissiaus: Spondeo! Präs: Nobis autem et qui nos präecesserunt et qui sequentar in Kürnbergiensis regnum, fidem servabis et veram amicitiam et fraternitatem? Dignissimus: Servabo in aeternum!
Nun reicht der Dignissimus allen Umstehenden die Hand. Während das Präsidium ihm einen Lorbeerkranz aufsetzt, singt die Corona nach der Melodie des Liedes "Vom hoh'n Olymp herab":

So sei der Hut mit Lorbeer Dir umwunden,
den Deine Herrlichkeit Dir trägt!
Wofür Du einmal wahr und warm empfunden,
tief sei's dem Herzen eingeprägt.
(:Dein Liebchen lebe, es lebe der Mann,
der treue Liebe bewahren kann!:)

Hoch halt den Sang! Der rechten Lust
behagt's nicht recht im Dunkel der Brust!
Und treu dem Wein! In seinem Gold
erscheinen alle Musen uns hold.
(:Ein echter Bursch, ein ganzer Mann,
Dich ficht kein Knecht,
kein Schlechter an!:)

Unterdessen durchsticht das Präsidium das Doktorcerevis und setzt es dem Dignissimus auf. Nun singt die Corona nach der Melodie des Liedes "God save":

Heil Dir im Doktorhut!
Ach, steht der Hut ihm gut,
seht her, so gut!
Pereat! Pereat!
(:Der nicht in Ehren hat:)
Dignissimum!

Anschließend steigt ein donnernder Festsalamander zu Ehren des neuen Dr.cer. Während des nun folgenden Colloquiums begibt sich der Doktor zu jedem Anwesenden und trinkt ihm mit den Worten "Ein Smollis, Herr Bruder!" zu. Zum Abschluß steigt das Bundeslied. Es ist ein alter hochlöblicher Brauch, daß der Dokter im Inoffizium der Corona das Faß, auf dem er bei der Zeremonie saß, als Dokterpotus spendiert; als außerordentlich unhonorig gilt es, dies zu unterlassen.

Kneipcomment Teil 1
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