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Allgemeines

Seit dem Auftreten des Studenten in der deutschen Geschichte, hat er standeseigenen Abzeichen getragen, aus denen sich im Lauf der Zeit ein besonderes Festkleid entwickelt hat. Dieses Festkleid nennt man heute Wichs. Der Wichs war aber niemals eine Uniform, daher wirkt jedes Nachäffen von militärischen Gewohnheiten durch Wichschargierte unstudentisch. Chargierte, die bei einem Festzug im Stechschritt marschieren, machen sich daher höchst lächerlich. Dennoch sollen wir uns nicht dazu verleiten lassen, in Wichs lässig daherzuwanken. Das Verhalten im Festkleid (Wichs) unterliegt gewissen commentmäßigen Vorschriften, die in den folgenden Absätzen behandelt werden.



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Wichscomment

Vollwichs: Kanonen (Stiefeln) mit Sporen, Buchsen, Flaus, Schärpe, Cerevis, weiße Handschuhe, Stulpen, Schläger und Gehänge, Fangschnüre

Salonwichs: Frackanzug, weiße Handschuhe, Weinband (Smoking), Sektband (Frack), Paradecervis

Halbwichs: Flaus, schwarze Hose, Cerevis, Schärpe

Paradestellung

Der Wichsschargierte steht mit mäßig gegrätschten Beinen, den Schläger vor sich senkrecht auf dem Boden aufgesetzt, die Hände auf dem Korb ruhend.

Salutieren

Es wird in der Weise durchgeführt, daß der rechte Unterarm aus der gestreckten zum Boden weisenden Grundstellung im Ellenbogengelenk stramm an den Rechten Rand des Cerevis gezogen wird. Der Oberarm wird dabei leicht angehoben, Hand und Unterarm bilden eine Gerade, der Daumen liegt am Zeigefinder, der Handrücken weist nach außen. Der Kopf ist dabei gerade zu halten und nicht zu neigen.

Schläger strecken oder stechen

Der Schlägerkorb wird mit aufwärtsgerichteter Klinge entweder aus der Scheide oder von der Kneiptafel an die Brust gezogen. Hierauf wird der Arm mit dem Schläger nach rechts oben (strecken) bzw. nach vorne unten (stechen) gestreckt. Beim Versorgen wird der Schläger (Klinge aufwärtsgerichtet) an die Brust gezogen und dann versorgt.

Geschichtliches über die Wichse

Im vollen Wichs hat sich die studentische Tracht der 20er und 30er Jahre des 19. Jahrhunderts erhalten. In der zweiten Hälfte des 19. Jh. hat der Student vollends den Übergang von der ständischen Tracht zur allgemeinen bürgerlichen Kleidung und zur Modekleidung mitgemacht. Der "Student" wurde zum "jungen Mann, der studiert". Seither tragen die Verbindungen nur mehr bei festlichen Anlässen Wichs. Der Flaus ist entweder schwarz oder in der Farbe der Mütze gehalten und wie diese aus Tuch oder Samt. Er trägt Verschnürungen in Gold. Die Knöpfe am Flaus heißen Oliven. In früherer Zeit wurde der Flaus auch als "Kneiprock" verwendet.

Das Cerevis wird als Paradecerevis mit einem Gummiband über der rechten Stirnseite -- der eingestickte Verbindungszirkel nach vorne gerichtet -- getragen. Die reiche Goldstickerei ersetzt am Rande des Cerevis stets das zum Burschenband gehörige Gold. Der Rand des Cerevis ist also immer nur zweifärbig.



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Fahnencomment

Mit Ehrfurcht begrüßen wir bei ernsten und feierlichen Anlässen - Stiftungsfest, Burschung - die Fahne der Verbindung. Unsere Verbindungsfahne ist kirchlich geweiht.

Fahnenträger zu sein ist das Vorrecht des Seniors, der nur bei diesem Anlaß statt des Cerevis das Barett trägt. Das Barett ist in der Farbe des Flauses, in der Form einer Tellermütze, die an der Stirnseite eine Rosette ziert von der nach links drei Federn in den Farben gold-weiß-grün geschwungen sind.

Kürnbergs Prunkfahne

Von altersher war die Fahne das Symbol einer Gemeinschaft. Umso mehr muß sie für eine der festesten Gemeinschaften, einer Verbindung, Symbol und Zeichen des Verbundenseins gelten; auf eine Fahne schwörten und werden die Kürnberger schwören und unter einer Fahne standen und stehen sie.

Kürnbergs Fahne, eine wahres Prunkstück ist ein Geschenk des ehemaligen Katholischen Lehrvereines von OÖ und Salzburg. Am 16. Juli 1904 wurde sie unter der Patenschaft der Erzherzogin Marie Valerie im Dom zu Linz geweiht, 1938 wurde sie von unserem lieben Alten Herrn Dr. Haas vor den Händen der Gestapo gerettet und bis 1945 in Schutz und Verwahrung genommen. Ihm ist es zu danken, daß Kürnberg noch immer im Besitz der unter Denkmalschutz stehenden Prunkfahne ist.

Prunkfahne

Hier sei eine Beschreibung der Prunkfahne eingeführt:

Die eine Seite des Fahnenblattes zeigt im Grund die Vebindungsfarben gold-weiß-grün. In der Mitte der Fläche auf weißen Grund befindet sich das Verbindungswappen mit Zirkel. Rechst und links des Wappens auf weißem Grund gibt eine goldgestickte Schrift das Gründungsjahr der Verbindung wieder. Oberhalb des Wappens auf goldenem Grund in Kreisbogenform die Schrift: "Kürnberg sei's Panier!" Unterhalb des Wappens auf grünem Grund der Wahlspruch aus der Kaiserzeit der Verbindung: Für Gott, Kaiser und Vaterland. Die Ecken der Fahnenfläche sind mit goldgestickten Ornamenten verziert die andere Seite des Fahnenblattes zeigt auf weißem Grund in der Mittelfläche farbig gestickte Bildnisse des hl. Leopold einerseits des hl. Ruprecht's andererseits (als Landespatrone von OÖ. und Salzburg auch die Schutzpatrone der ehemaligen Landesmannschaft Kürnberg). Unterhalb dieser Portraits befinden sich die dazugehörigen Landeswappen von OÖ. und Salzburg. Sowohl die Landespartrone als auch die Landeswappen werden von einem farbig gestickten Alpenblumenkranz eingerahmt. Auch hier weisen die Fahnenecken ornamentale Goldstickereien auf.

Die sogenannte Reisefahne zeigt die Farben gold-weiß-grün und wird von den Vertretern der Verbindung bei auswärtigen Veranstaltungen getragen.



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Kirchencomment

Das Chargieren bei feierlichen Gottesdiensten und Prozessionen (Auferstehung, Fronleichnam) wird in Vollwichs durchgeführt. Die Chargierten stellen sich in oder vor dem Presbyterium auf.

Chargierte im Stephansdom

Salutiert wird: Beim Einzug des Priesters, Pristerkommunion, vom "Ecce agnus da", bis zur Austeilung der Kommunion, Schlußsegen und Schlußevangelium, ferner beim Auszug des Priesters.

Schläger strecken: Beim Evangelium, beim sakramentalem Segen und beim "Te deum".

Schläger stechen: Bei der Wandlung werden die Schläger zur Fahne gesenkt.

Senken der Fahne: Bei der Wandlung und beim "Te deum", beim sakramentalen Segen.



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Promotions/Sponsionscomment

Bei der Promotion erscheint der zu promovierende Bbr. im Couleur. Hinter dem Promovierenden steht der Subbursch (Leibfuchs oder Leibbursch). Wenn der Doktorandus sein "Spondeo" spricht, legt ihm der Subbursch die Hand auf die rechte Schulter.

Es ist ein alter Brauch, daß die Dankesworte der Neodoktoren (Spondierenden) an den Rektor derjenige spricht, der in den Farben der ältesten Verbindung erschienen ist.



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Hochzeitscomment

Zur Hochzeit eines Bundesbruders entsendet die Verbindung mindestens zwei Wischchargierte und eine angemessenen Couleurvertretung in die Kirche. Es ist üblich, daß der Braut ein Blumenstrauß geschmückt mit einem Band in der Verbindungsfarben, überreicht wird. Vor dem Einzug der Brautleute nehmen die Chargierten Aufstellung im Presbyterium, die Bedeckung hat sich ebenfalls zu diesem Zeitpunkt in der Kirche einzufinden. Sind die Brautleute vor dem Altar eingelangt, nehmen die Chargierten rechts und links neben dem Brautpaar Aufstellung. Wenn der Priester die Stola um die Hände der knienden Brautleute schlingt, werden die Schläger gestreckt und über dem Brautpaar gekreuzt. Beim Verlassen der Kirche flankieren die Chargierten das Brautpaar, verlassen vor diesem die Kirche und nehmen vor dem Portal in der Weise Aufstellung, daß das Brautpaar unter den gestreckten und gekreuzten Klingen hindurchziehen kann.



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Festzugsordnung

Bei einem Festzug ist folgende Reihung einzuhalten:

  1. Vorort
  2. Vorsitzende Ortsverbindung
  3. Die übrigen Verbindungen nach dem Alter der Aufnahme in den ÖCV gerechnet.

Die Reihenfolge innerhalb der Korporation: Phil.x und x in der ersten Reihe, daran schließen sich die BbrBbr. nach ihren Couleursemestern. Ehrenmitgliedern und Bandphilistern gebührt der Ehrenplatz an der Spitze der Verbindung. Wenn Chargierte mitziehen, gehen sie immer im Chargiertencorperation der Spitze des Zuges.

Gesellschaftscomment
Farben-Comment

 
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