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Allgemein

Die Farben sind das ehrwürdigste Symbol der Verbindung. Für diese Farben haben viele Bundesbrüder buchstäblich ihr Leben hingegeben. In ihnen kommt studentischer Frohsinn, wie auch ernste Besinnung auf höchste Werte gleichermaßen zum Ausdruck.

Die meisten ÖCV-Korporationen führen die Farben weiß-gold (päpstlich), weiß-rot oder schwarz-gold (landsmannschaftlich oder landesherrlich). Kürnbergs Farben sind gold-weiß-grün und werden im Burschenband, an der Mützenperkussion, im Fahnentuch, am Wappen, Schlägerkorb, Biertonne, Straßencerevis, Bier-, Wein- und Sektzipfen, Schärpen, auf den Nadeln, Ringen usw. getragen. Das Fuchsenband ist unter Weglassung des Goldes zweifarbig, grün-weiß-grün. Es ist bei vielen ÖCV-Verbindungen gebräuchlich, in das Burschenband den Wahlspruch der Verbindung (Kürnberg: "Für Gott, Volk und Heimatland") oder den Couleurnamen mit Zirkel in Gold zu sticken.

Das Band wird unter dem Rock (über Pullover oder Jackett) über die rechte Schulter nach links getragen. Geistliche im Habit tragen es über diesem. Zum Paradewichs wird nur die Schärpe ohne das gleichfarbige Burschenband der Verbindung getragen (wohl aber mit Querbändern oder andersfarbigen Burschenbändern). Der Fuchsmajor trägt zum Burschenband auch das Fuchsenband kreuzweise von links nach rechts, ebenso der Senior die Burschenbänder der Verbindungen, mit denen ein Bändertausch vorgenommen wurde.

Während der Veranstaltung, auf der die Verleihung des Bandes erfolgt (Rezeption, Burschung, Bandverleihung), wird dieses ausnahmsweise über dem Rock getragen und zwar bis zum Ende des offiziellen Teiles der Veranstaltung. Die meisten Verbindungen, so auch wir, verleihen Jubelbänder für Alte Herren nach 50, 75 und 100 semestriger Vereinszugehörigkeit, falls der AHA diese Alte Herren für diese Auszeichnung für würdig gefunden hat. Verkehrsaktive und Verkehrsinaktive tragen während des Aufenthaltes bei der Verkehrsverbindung, neben dem Band ihrer Mutterverbindung, auch das Band der Verkehrsverbindung. Wer als Bandinhaber oder Bandphilister berechtigt ist, mehrere Bänder zu tragen, legt diese commentmäßig nur bei feierlichen Anlässen oder Cartellveranstaltungen an. Das Band der Urverbindung ist dabei als oberstes zu tragen, sodaß es als solches ohne weiters erkennbar ist. Fremde Bänder werden von oben nach unten entsprechend der amtlichen Reihenfolge des CV getragen.

Bänder von Verbindungen, die nicht dem ÖCV angehören dürfen nicht zum Couleur getragen werden, außer in den Fällen, wo dies durch ein Verbändeabkommen ausdrücklich gestattet ist (CV, StV). Beim Frack (Paradecerevis) wird das Burschenband durch das Sektband, beim Smoking (Straßencerevis) durch das Weinband ersetzt, ebenso die Ehrenbänder. Diese Bänder werden zu Frack und Smoking horizontal, d.h. quer über die Brust getragen. Wenn kein Weinband vorhanden ist, kann ausnahmsweise das Burschenband (Couleur oder Straßencerevis) horizontal getragen werden.

Die Farbe der Mütze ist in der Regel eine der Verbindungsfarben. Unsere Mütze ist jedoch rosarot. Dazu wurden die damaligen Kürnberger nach dem ersten Couleurbummel auf der Universität Wien gezwungen. Sie legten das damalige bordeauxrote Couleur Kürnbergs, gehalten in der sogenannten kleinen Corpsform (steif) mit winzigem, enganliegenden Schirm ab. Aus Protest wählten sie das rosarote Couleur (vgl. Geschichte Kürnbergs). Heute noch deuten verschiedene Bezeichnungen des Formates ursprünglich örtlich bedingte Verschiedenheiten an (Heidelberger-, Jeneser-, Tübingerformat). In der Gegenwart kennen wir im Wesentlichen drei Mützenformen: die steifen, die schlappen und normalweichen Mützen.

Von AHAH und Extralozierten darf eine Biertonne getragen werden, die sich jedoch nur für interne Veranstaltungen und Ausflüge eignet (außer Trauerveranstaltungen). Weiters ist es gestattet die Biertonne am Weg zu und von internen Veranstaltungen zu tragen. Inaktive dürfen nur dann eine Biertonne tragen, wenn sie eine Charge innegehabt haben und mindestens mit Dank und Anerkennung der Verbindung dechargiert wurden.

Straßencerevis darf von jedem Alten Herrn getragen werden und demjenigen Ektralozierten, der mindestens drei Chargen, davon zwei Spitzenchargen (x, xx, FM) bekleidet hat. Dazu tritt noch als weitere Bedingung, daß eine Spitzencharge mit bestem Dank und Anerkennung der Verbindung, die übrigen innegehabten Chargen mit Dank und Anerkennung der Verbindung beurteilt wurden.

Stürmer werden bei Kürnberg kaum getragen. Sie sind in weißem oder bordeauxrotem Samt gehalten und dürfen nur im Sommersemester - von jedem geburschten Mitglied - getragen werden.

Hier sei noch beigefügt, daß Farbentragen auf der Straße nach 24h verboten und commentwidrig ist. Ausgenommen sind Festveranstaltungen, die länger als bis um 24h dauern.



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Farbentragen in der Öffentlichkeit

"Farbentragen" heißt Farben bekennen. Groß war der Kampf des CV um die Anerkennung seines Farbenrechtes auf akademischem Boden. Sie sind unser Symbol und Ausdruck eines wahrhaft heldenhaften Ringens um die Anerkennung und Achtung katholischer Geisteshaltung an den Hochschulen.

Farbentragen heißt somit die Bekundung des Bewußtseins unserer Verpflichtung als katholische Studenten in Österreich

Farbentragen heißt weiters die unerschrockene Bekundung der Zugehörigkeit zur Gemeinschaft des CV, der sich niemals mit Geheimorganisationen im Lager der Gegner gleichsetzten darf, sondern vielmehr stets den Effekt seines Wirkens unter die Kontrolle der Öffentlichkeit stellen muß.

Die Farben (stets Band und Mütze) sind nur Teil des Festkleides. Sie haben auch heute ihren Platz und ihre Berechtigung im studentischen Alltag. Gäben wir unsere Farben oder unseren Comment auf, so gäben wir uns selbst auf. Sie sind und bleiben der Mittelpunkt unseres Wesens durch alle Zeiten.

Haltung

Wenn wir Farben tragen, sollen wir uns bewußt sein, daß unser Auftreten das Maß des Ansehens unserer Verbindung und des ÖCV mitbestimmt. Das gilt zu allererst hinsichtlich unserer Haltung. Der Couleurstudent muß schon rein äußerlich ästhetisch wirken, d. h. so aussehen, wie sich ein gut gesinnter Mensch einen Farbstudenten vorstellt. Der Farbstudent benimmt sich im und ohne Couleur ohne jede Geziertheit mit natürlichem Anstand, der einem wohlerzogenen jungen Studenten, gleichgültig welchen Standes, eine Selbstverständlichkeit ist. "Falle nicht auf, aber bewahre Haltung!" gilt auch, ins Vornehme übertragen, für den Kürnberger.

Der Grundsatz, daß die Farben in den studentischen Alltag gehören, besagt jedoch nicht, daß das Couleur überall im täglichen Leben am Platze ist. Wo hierin die Grenzen liegen, ist die Frage des natürlichen Taktes. Ganz allgemein kann gesagt werden, daß wir Farben in fast allen Bereichen des akademischen Lebens tragen können. Das Nämliche gilt für kirchliche Anlässe. In unserem privaten Leben können wir - um ein krasses Beispiel zu geben - kein Couleur tragen, wenn wir beim Kohlenhändler oder Kaufmann eine Bestellung machen.

Kleidung

Die Kleidung des Couleurstudenten muß nicht von auffallender Elegance sein, denn ein Kürnberger in Couleur ist nicht ausgefallen modisch gekleidet. Zum Couleur wird nur Anzug mit langer Hose und Krawatte getragen. Couleur darf nicht zu Knickerbocker, bzw. zur Blue Jeans getragen werden. Zum Straßenanzug ist zumindest ein lichtes, einfärbiges Hemd erforderlich. Bei Veranstaltungen, die nicht rein internen Charakter haben (wie BC, FC), soll nach Möglichkeit ein einheitlicher Anzug getragen werden (jedenfalls nicht Pullover oder Lederweste). Das Rauchen auf der Straße soll auf jeden Fall vermieden werden. Zu Festanlässen - etwa Stiftungsfest, Opernbesuch - wird dunkler Anzug oder Abendanzug mit weißem Hemd genommen. Das selbe gilt bei Besuch von Festcommersen anderer Verbindungen. Zur Trauerkneipe trägt man einen dunklen Anzug, weißes Hemd und schwarze Krawatte.

Zum Couleur darf man keinen Regenschirm tragen. Der Couleurstock oder Bummler ist unmodern, die Aktentasche couleurfarbig geworden. Schwerere oder größere Gegenstände dürfen nicht im Couleur getragen werden (Wichsenkoffer).

Band und Mütze müssen sauber und adrett gehalten sein. Beide werden nur zusammen getragen. Die Art, die Mütze nach der verwegenen Art bemooster Semester vergangener Epochen zu tragen, gehört in die Exkneipe. Die Mütze eignet sich auch nicht dazu wie eine Pullmannmütze zusammengeknüllt und hernach zerdrückt aufgesetzt zu werden.

Wenn wir Farben tragen, behalten wir die Mütze ständig auf dem Kopf und zwar auch in geschlossenen Räumen. Ausnahmen sind: Kirchenbesuch und Totenehrung. Im Hörsaal zieht man die Mütze beim Eintritt des Vortragenden; die Mütze wird auf (neben) das Kollegheft gelegt. Band ohne Mütze (z.B. Biertonne oder Cerevis) wird überhaupt nicht getragen.

Reihung

Der Ehrenplatz ist rechts bzw. in der Mitte. Daher geht z.B. von 4 Personen die höchststehende in der Mitte rechts, die nächste in der Mitte links usw.

Unter Couleurstudenten hat Couleur immer Vorrang, (außer es gehen Studierende zusammen mit älteren AHAH), sodann Chargen gegenüber anderen Verbindungsmitgliedern, ferner AHAH gegenüber Studierenden und Burschen gegenüber Fuchsen und schließlich die Älteren vor den Jüngeren. Unbedingt den Ehrenplatz erhalten jedoch Damen und Geistliche.

Wenn Angehörige verschiedener Verbindungen zusammen in Couleur gehen, gelten folgende Regeln: zwischen CV-Verbindungen gilt die amtliche Reihenfolge, jedoch hat der Vorort und die vorsitzende Verbindung des entsprechenden Ortsverbandes den Vorrang. Gehen Angehörige verschiedener Verbände miteinander in Couleur richtet sich die Reihenfolge nach dem Alter der Verbindungen. Beide Regeln gelten jedoch nicht für den Fall, daß Füchse und Burschen miteinander gehen, da erhalten jedenfalls Burschen den Ehrenplatz. Das selbe gilt natürlich auch, wenn Studierende und AHAH miteinander gehen.

Überhaupt hat letztlich im Einzelfall das Taktgefühl jedes Bbr's zu entscheiden. Grundsatz soll sein: im Zweifelsfall lieber auf den Ehrenplatz zu Gunsten des anderen verzichten.

Gruß

Zum Gruß wird die Mütze abgenommen und mit der linken Hand vor die Brust gehalten, während wir die rechte Hand zum Gruß reichen. Das Chargencerevis wird zum Gruß nicht gelüftet. Wenn wir mit dieser Kopfbedeckung grüßen, legen wir die rechte Hand an den Rand des Cerevis und reichen nachher dieselbe Hand zum Gruß. Die Biertonne wird zum Gruß abgenommen.

Auch zum Handkuß wird die Mütze abgenommen und mit der linken Hand vor die Brust gehalten. Für die Frage, wer zuerst grüßt, gilt das oben gesagte. Selbstverständlich grüßen sich Cartellbrüder in Couleur, ebenso grüßt der Cartellbruder "Spieß" (d.h. in Zivilkleidung ohne Farben), den anderen, der Couleur trägt. Ebenso ist es selbstverständlich, daß katholische Priester (auch fremde) von Studenten in Couleur gegrüßt werden.

Grußordnung nach Kopfbedeckung:

Das Couleur grüßt Biertonne und Cerevis, bei Gleichheit nach der amtlichen CV-Reihenfolge. Ebenso wird ein Couleurträger in Damenbegleitung zuerst gegrüßt.

In offenen Verkehrsmitteln:

In der Straßenbahn und ähnlichen öffentlichen Verkehrsmitteln hat der Couleurstudent seinen Platz womöglich auf den Plattformen, Sitzplätze hingegen gelten für den Couleurstudenten als nicht vorhanden. Die Benützung überfüllter Verkehrsmittel soll in Couleur lieber vermieden werden. In diesem Falle ist es besser, das Verkehrsmittel in Spieß zu benützen und am Ort der Veranstaltung die Farben anzulegen. In Couleur auf Motorrädern, Rollern, Mopeds oder Fahrrädern zu fahren, ist eine Unsitte, die schärfstens abzulehnen ist. Hingegen ist es ohne weiters möglich plenis coloribus im Auto zu fahren.



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Umgang mit Damen

Die Dame steigt vor dem Herrn in die Straßenbahn und nach ihm aus, damit er ihr immer behilflich sein kann. Wenn Damen und Herren gezwungen sind, hintereinander zu gehen, geht immer die Dame voran. Ausnahmen sind folgende: der Herr betritt vor der Dame ein Lokal, bei Treppen geht der Herr womöglich neben der Dame, sonst vor ihr. Fährt der Herr in einem Taxi (oder Auto mit Fahrer ) so nimmt er im Fond des Wagens links neben der Dame Platz.

Im Kino oder Theater gebührt der Dame ein Sitz zur Mitte hin. In einer Loge wird ihr in der ersten Reihe der Mittelplatz eingeräumt. In Couleur bieten wir auf der Straße der Dame nicht den Arm.

Unser Auftreten in der Öffentlichkeit in Farben sei bescheiden, aber bestimmt. Farben legen wir vor der Öffentlichkeit nie an oder ab. Dies hat vielmehr in der Wohnung, auf der Bude oder sonst in einem geschlossenem Lokal zu geschehen, sodaß die Aufmerksamkeit Fremder nicht erregt wird.

Couleurstudent und Dame:

Es ist klar, daß die allgemeinen Anstandsregeln zwischen Dame und Herrn für Couleurstudenten in besonderem Maße gelten. Nie dürfen wir, wenn wir Couleur tragen, Damen gegenüber aus dem Rahmen fallen. Auch der Biercomment ist in Anwesenheit der Damen sehr vorsichtig anzuwenden. Eine Biermensur wirkt Damen gegenüber allzu burschikos. Auch ist bei allen Bierulken etc. auf die anwesenden Damen Rücksicht zu nehmen.

Chargier-Comment

 
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